die website für den asiatischen film

 

Mohabbatein
Indien, 2000, 216 min

Regie: Aditya Chopra
mit Shahrukh Khan, Amitabh Bachchan, Aishwarya Rai, Uday Chopra, Jugal Hansraj, Jimmy Shergill, Shamita Shetty, Kim Sharma, Preeti Jhangiani

"Drei junge Studenten lernen sich auf dem Weg zur Eliteuniversität Gurukul kennen, die von einem kaltherzigen Direktor geleitet wird, der keinerlei Beziehungen zu Frauen akzeptiert. Bald trifft auch ein junger Musiklehrer ein, der mit etwas Glück vom Direktor eingestellt wird und versucht, den Jungen die Liebe nahe zu bringen. Doch der junge Lehrer hat noch eine weitere traurige Geschichte mit sich gebracht, die zusammen mit seinen ungewöhnlichen Lehrmethoden für Verwirrung und Ärger sorgt, während sich die drei Studenten verlieben..." (OfdB)

Sharrukh Khan als Lehrer, der drei Jungen Burschen die selbstbewusste Liebe beibringen will. Aishwarya Rai als tote Geliebte Khans und sechs flotte Jünglinge in einem Liebesringelreien und obendrein Amitabh Bachchan als gestrenger und traditioneller Rektor der Schule. Was soll da noch schief gehen? Leider einiges. MOHABBATEIN ist natürlich Hindi-Formelkino at it's best. Jedoch nahm man wohl den Begriff "Formel" hier etwas sehr ernst. Richtigen Esprit kann er nicht versprühen, da dann doch alles zu vorhersehbar ist. Zwar sind die Production Values riesig, die Choreographie üppig und aufwendig, die Darsteller hübsch und nicht untalentiert, jedoch ist die Dramaturgie etwas mau, die Konflikte nicht wirklich als solche zu bezeichnen und die Handlungs- wie auch Charakterentwicklung mehr behauptet als hergeleitet.

Weshalb der gestrenge und dogmatische Schuldirektor gegenüber dem rebellischen und lebenslustigen Lehrer alle seine Vorsätze nach und nach aufgibt, nur um sie dann plötzlich wieder einzufordern bleibt ebenso ein Rätsel, wie auch die Motivation des jungen Rebellen, an die Schule zurückzukehren, in der seine Geliebte starb, nur um jungen Schülern die Freiheit der Liebe zu propagieren. Die drei Jünglinge spielen ihre Rollen ordentlich, fallen aber nicht gerade durch Unverwechselbarkeit auf, ihre weiblichen Pendants sind deutlich nach bekannten Vorbildern ausgewählt. Eine ist die niedliche Freche, bei der einem sofort Kajol in den Sinn kommt, die nächste eher elegant und eine hervorragende Tänzerin, was auf Madhuri Dixit schließen lässt und die Dritte im Bunde wiederum ist der niedlich-weibliche Typ, ganz wie Preity Zinta oder Rani Mukherjee. Das alles schmälert das Vergnügen doch sehr. Die Orientierung am schon mal dagewesenen wurde hier doch sehr deutlich übertrieben und so muss man MOHABBATEIN doch unterm Strich als ein sehr opulentes und optisch wohlfeiles, inhaltlich jedoch sehr durchschnittliches Vergnügen bezeichnen, was durch die aufgeblähte Länge von rd. 220 Minuten nicht gerade entschärft wird.

Ein sehr durchschnittlicher Bolly auf technisch hohem, inhaltlich und dramaturgisch aber schwachen Niveau, der ob der prominenten Hauptdarsteller jedoch trotzdem für volle Häuser sorgte (und sorgen wird).

Nach einer TV-Auswertung auf RTL II (als MOHABBATEIN - DENN MEINE LIEBE IST UNSTERBLICH) hat REM zusätzlich eine deutsche Doppel-DVD auf den Markt geworfen, die einige Extras aufweist.

Mirco Hölling (15.11.2005)