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Shutter
Thailand, 2004, 97 min

Regie: Banjong Pisanthanakun, Parkpoom Wongpoom
mit Ananda Everingham, Natthaweeranuch Thongmee, Achita Sikamana, Unnop Chanpaibool

"Als Jane ihren betrunkenen Freund Tun von einer Hochzeitsfeier heimbringt, überfährt sie ein Mädchen, das plötzlich aus dem Nichts über die Straße rast. In Panik verleitet Tun Jane zur Fahrerflucht. Fortan lasten Vorwürfe und Schuldgefühle auf dem jungen Pärchen, auch wenn es sich noch so sehr bemüht, das grausige Ereignis auszublenden. Tun vergräbt sich wie üblich in seinem Job als Fotograf. Doch plötzlich machen bizarre Verzerrungen und Schatten seine Bilder unbrauchbar. Jane dagegen wird immer häufiger von gespenstischen Albträumen verstört. Als die Visionen eskalieren, beginnen die beiden verzweifelt mit Nachforschungen über die Tote – und erfahren, dass eine Leiche am Unfallort nie gefunden wurde..."
(FantasyFilmfest.com)

Um es gleich vorweg zu nehmen: SHUTTER hat das Horrorkino nicht neu erfunden. Denn der Film variiert lediglich die seit RING (Ring – Das Original) von Hideo Nakata etablierten Horror Motive, um seine kleine gruselige Geschichte zu erzählen. Und somit dürfte jedem klar sein, dass SHUTTER hinsichtlich seiner Geschichte nicht viel neues zu bieten hat. Wenn Nachts die Hauptfigur und seine Freundin eine langhaarige Frau auf der Straße überfahren, ist das Deja vu schon ziemlich groß. Und automatisch stellt man sich auf einen recht unoriginellen Horrorfilm ein. Und tatsächlich ist das, was die Regieneulinge Banjong Pissanthanakum und Parkpoom Wongpoom da auf die Leinwand bringen nur allzu vertraut.

Aber auch wenn es sich bei SHUTTER um dass x-te Plagiat handelt, ist der Film dennoch ganz gut ausgefallen und damit besser als zahlreiche anderen Nachahmer. Filme wie JU-ON: THE GRUDGE von Takashi Shimizu wussten trotz massenhaften Einsatzes von Gruselementen einfach nicht mehr zu überzeugen. Und genau hier punktet SHUTTER. Denn manche Schock- und Gruselmomente sind so geschickt inszeniert, dass man gar nicht anders kann als sich dabei zu erschrecken. Dabei ist sich der geübte Genrefan immer voll im Klaren darüber, dass gleich etwas scheinbar überraschendes passieren wird. Und prompt tritt das auch ein und der Schock funktioniert trotzdem. Selbst im Kino, wo es naturgemäß unruhiger ist, haben sie ihre Wirkung erzielt.

Dass die Geschichte dann sogar einigermaßen zu gefallen weiß, liegt an einer reizvollen Idee: Denn es geht um längst Verstorbene die schemenhaft auf Fotos auftauchen. Das ist wirklich ziemlich unheimlich und beschert dem Film auch einige gelungene Momente. Sicher, auch das hat man schon woanders gesehen. Aber SHUTTER ist routiniert und unaufgeregt produziert und selbst die Hauptdarsteller vermögen zu überzeugen. Die bei uns natürlich völlig unbekannten Schauspieler machen ihre Sache gut und wirken durchaus glaubwürdig in ihren Handlungen. Eine Tatsache, die gerade im Genrefilm nicht immer selbstverständlich ist.

Die größte Überraschung aber ist dann das Ende des Filmes. Da nimmt der Film noch mal eine Wendung, mit der man so nicht gerechnet hat. Um die Spannung nicht zu nehmen, soll an dieser Stelle auch nichts weiter verraten werden. Nur soviel: Der Satz, dass manche eine schwere Last zu tragen haben, erfährt hier eine völlig neue Bedeutung.

Wer sich also ganz angenehm fürchten möchte, ist bei diesem netten kleinen Horrorfilm sehr gut aufgehoben.

Der Film lief auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest. Von einer Veröffentlichung in Deutschland ist bisher nichts bekannt. Aber SHUTTER ist bereits in Hongkong auf DVD erschienen. Die Silberscheibe hat natürlich den Originalton und zudem englische Untertitel zu bieten Der Film ist bei den einschlägigen Mailordern wie Adrenafilm, Charmes oder Videodrome zu beziehen.

Lars Mierke (01.11.2005)