"Das Liebesdreieck hat das ungewöhnliche Sujet der Leihmutterschaft zum Thema - episch breit und bunt abgehandelt mit viel Romantik und tränenreichem Drama. Raj Malhotra, Erbe einer reichen Industriellenfamilie, verliebt sich in die hübsche und auch aus wohlhabender Familie stammende Priya.
Schnell ist die Liebeshochzeit arrangiert und die frisch Vermählten fahren in die Flitterwochen in der Schweiz. Priya wird schwanger, sehr zur Freude von Rajs Vater Kailshnath, der endlich auf den ersehnten Enkel hoffen kann. Bei einem Kricketspiel kommt es zu einem Unfall von Priya, die ihr Baby verliert und zudem erfährt, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann. Das junge Paar verheimlicht der Familie die Tragödie und sucht nach einer Lösung. Beide entschließen sich, eine Leihmutter zu finden, die ein von Raj gezeugtes Kind austragen soll.
In der Prostituierten Mahubala findet Raj eine junge Frau, die dazu bereit ist. Alle drei fliegen in die Schweiz, wo Schwangerschaft und Kindstausch erfolgen sollen. Doch beginnen dort auch die Komplikationen, denn Madhubala verliebt sich in Raj und das schöne Leben und beginnt, Ansprüche zu stellen: Jetzt möchte sie Raj auch als Ehemann, vor allem, als sie erfährt, von ihm schwanger zu sein. Wer also wird am Ende das Kind bekommen, und wer den Mann?" (arte.tv)
Salman Khan ist neben Shahrukh Khan und Aamir Khan einer der Stars des aktuellen Hindi-Kinos. Er verfügt zwar nicht über dei phänomenale Austrahlung von Shahrukh Khan, sein Schauspiel ist allerdings vielschichtiger und ernster als das des indischen Superstars. Somit ist er in der Rolle des Millionärssohns, der eine Frau sucht, die heimlich sein Kind austrägt sehr gut besetzt. Der aus dieser Konstellation resultierende innere wie äußere Konflikt wird somit glaubhaft dargestellt.
CHORI CHORI CHUPKE CHUPKE verfügt über ein witzig-harmloses Drehbuch, welches durch die gut aufgelegten Darsteller mit viel Leben und Dynamik gefüllt wird. Lustig ist hierbei, dass sich der Plot inhaltlich nur sehr wenig an dem US-Blockbuster PRETTY WOMAN orientiert, trotzdem aber mit einem Augenzwinkern ganze Szenen dieses Films 1:1 kopiert. Da diese Sequenzen jedoch in einem teilweise anderen Gesamtkontext angelegt sind, wirken sie nicht aufgesetzt und reißen auch nicht aus der Handlung. Von einem indischen "Remake" von PRETTY WOMAN zu sprechen, würde jedoch definitiv zu weit führen, da die Grundkonstellation eine ganz andere ist.
Erwähnenswert ist noch, dass der Film ein recht „modernes“ Bild auf die Familie wirft. Dein Kind von einer Prostituierten austragen zu lassen und dies vor der Großfamilie zu verheimlichen ist im wertekonservativen Indien fast einem Verbrechen gleichzusetzen.
Herzstück des Films mit einem nicht gerade extrem originellen (aber effektiven) Drehbuch sind die Darsteller. Die Anlage der Rolle durch Salman Khan wurde oben bereits beschrieben. Rani Mukherjee gibt mal wieder die bildschöne, verständnisvolle und perfekte Ehefrau (wann gibt man der Frau mal eine kontroverse Rolle?) und Preity Zinta spielt - anfangs etwas überdreht - die Rolle der Prostituierten, die das Kind austragen soll. Gerede Preity Zinta ist ein Phänomen. Hübsch zwar, ist ihr Äußeres der Masse der indischen Darstellerinnen zwar unterlegen, ihr offenes Wesen und ihre selbstbewusste Art lassen sie aber - wohl auch gerade wegen einiger Schönheitsmängel - als strahlenste und lebendigste aller Darstellerinnen erscheinen. Hinzu kommt, dass sich Zinta immer wieder als eine äußerst fähige Schauspielerin entpuppt.
Neben den drei hervorragenden Darsteller(innen) werden uns schöne Song&Dancenummern geboten, die vielleicht nicht State of the Art, dafür aber solide und mitreißend inszeniert wurden. Bemerkenswert ist die fantastische Musik, allen voran der ohrwurmhafte Titelsong (übersetzt etwa: Heimlich, heimlich, unbemerkt unbemerkt), der die plötzlich aufkeimende Liebe der Prostituierten zu ihrem Gönner symbolisiert, was natürlich für reichlich Konflikt sorgt.
Insgesamt bleibt ein guter Bolly, der nicht der Beste seiner Art ist, aber glänzend unterhält und jedem Fan ans Herz gelegt sei.
CHORI CHORI CHUPKE CHUPKE lief im Februar 2005 unter dem deutschen Titel „Das Liebesdreieck“ auf ARTE im deutschen TV.
Mirco Hölling (11.03.2005)
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