| Japan / Frankreich, 1999, 91 min Regie: Takashi Koizumi mit Hisashi Igawa, Akira Terao, Yoshiko Miyazaki, Shiro Mifune, Fumi Dan |
„Japan im 18.Jahrhundert: Nach tagelangen Regenfällen, macht sich der herrenlose Samurai Ihei Misawa (Akira Terao) von einer Herberge auf, um seinen Übungen im Wald nachzugehen. Dort trifft er auf eine Gruppe Männer, die Privatkämpfe veranstalten. Ihei geht dazwischen, nichtwissend, dass die Männer am Hofe des Fürsten Shigeaki (Shiro Mifune) angestellt sind. Der beobachtet Iheis kühne Aktion, ist von seinen Kampfkünsten beeindruckt und schlägt ihm eine Stelle als Schwertmeister vor. Ihei ist begeistert, doch im Schloss trifft er alsbald auf Neider, die ihm den Erfolg nicht gönnen und ihn lieber tot sehen wollen...“ (OfdB)
Nach einem Drehbuch des verstorbenen Meisters Akira Kurosawa ist dieses leise amüsante Drama um einen herrenlosen Samurai entstanden, der in einem lokalen Fürsten nun endlich einen verständigen Herren gefunden zu haben scheint, dem sich auch der von tief humanistischen Werten geprägte und schlecht anpassungsfähige Samurai unterzuordnen bereit ist. Eine Elegie über das Leben, die wichtigen Dinge des Seins, Werte und aufrechtes Leben ist mit diesem Film entstanden, nicht mehr oder weniger als ein kleines Meisterwerk.
Der ehemalige Regieassistent Kurosawas Takashi Koizumi hat mit seinem Erstling nahtlos an die Filme Kurosawas angeknüpft.
Ganz exquisit sind die hervorragend fotografierten, scharfen und satten Bilder dieses Films, die die klare und frische Athmosphäre. Der Regen, der allen Ballast weggeschwemmt zu haben scheint, hinterlässt eine frische und sattgrüne Stimmung, die sich förmlich auf den Zuschauer überträgt.
Die Darsteller - allen voran der Sohn des Kurosawa-Intimus Toshiru Mifune – Shiro Mifune und der Darsteller aus RAN und DREAMS Akira Terao sind alle erste Sahne. Allerdings hat auch gesamte Rest-Ensemble keinerlei Mühe, den leading actors paroli zu bieten. Somit ergibt sich eine Ensembleleistung auf allerhöchstem Niveau.
Das Team - aus etlichen Mitgliedern des Kurosawa-Clans zusammengesetzt - hat alles getan, um eine fantastische Stimmung zu erzeugen, wobei in den Feier-, Trink und Gesangsszenen in der ersten viertel Stunde unvergesslichen Charakter haben. So ist auch die Musik - häufig Originalmusik, aber auch der Score ist traditionell japanisch - schlicht und ergreifend meisterlich.
Wenn es nicht so abgegriffen wäre, müsste man sagen, dass ein Kurosawa eben unsterblich ist und in etlichen Filmen - wie eben auch diesem - weiterlebt, aber von einer gelungenen Verfilmung eines Kurosawa-Buchs und einer mehr als meisterlichen und absolut würdigen Hommage an einen der größten Regisseure der Filmgeschichte darf man wohl ohne Übertreibung sprechen.
Dankbarerweise hat ARTE den Film bereits in OmU ausgestrahlt. Man kann nur auf weitere Sendetermine hoffen, oder aber sich an der japanischen DVD ergötzen. Augen auf auch für die zweite Regiearbeit des hoffnungsvollen Neulings: LETTER FROM THE MOUNTAIN, welche auch wieder Akira Treao in der Hauptrolle aufbietet.
Mirco Hölling (26.05.2004)
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