"Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan siedelt die bekannte indische Choreografi n Farah Khan ihr turbulentes Kinodebüt an. Indiens Top-Star Shahrukh Khan kämpft als Major Ram bei der Friedensmission „Milaap“ dafür, die Feindschaft zwischen Indien und Pakistan zu beenden. Allerdings gibt es Kräfte, die genau dies verhindern wollen. Sie nehmen Sanjana (Amrita Rao) ins Visier, die Tochter eines Generals, der die Friedensmission eingeleitet hat. „Feuerzangenbowle Marsala“: Um Sanjana zu schützen, muss Ram undercover zurück an die Schule! In der Kriegszone High School erwarten den Senior-Schüler einige Überraschungen. Neben eingeschleusten Doppelagenten und Mathetests gibt es da noch eine gefährlich hübsche Chemielehrerin"(Filmfest Hamburg)
Wer schon immer Vorurteile gegen Bollywood hatte, wem das ganze zu bunt, kitschig, naiv und trashig schien, der sollte mit diesem Film anfangen. Denn MAIN HOON NA ist bunt, kitschig, naiv und gelegentlich sogar trashig aber verdammt geil.
Mit seinen 178 min würde man eigentlich bei einem reinen Unterhaltungsfilm nach spätestens 90 – 100 min mit geballter Langeweile rechnen. Aber nichts da.... Nach 3 Stunden verlässt man paralysiert den Kinosaal und möchte weiterhin schönen bunten Menschen beim Tanzen zusehen. Was Farah Khan hier auf die Leinwand zaubert, verdient mit Fug und Recht das Attribut „Perfekte Unterhaltung“ und wohlbemerkt: „Unterhaltung“ sei hier nicht negativ vorbelegt.
In diesem Film wurde so ziemlich alles reingestopft, was Zuschauer bei der Stange halten könnte:
Mit Shahrukh Khan wurde ein bekannter und charismatischer Bollywoodstar für die Hauptrolle verpflichtet und mit Sunil Shetty ein ebensolcher Bösewicht mit ausgeprägten Kampfkunsttechniken. Der Cast wird abgerundet durch die ausdrucksstarke 94er Miss Universe Sushmita Sen, die als fast schon überirdisches Love-interest für Shahrukh Khan dient, sowie zwei Jung-Stars, dem coolen und gutaussehenden Zayed Kahn und der sehr hübschen und niedlichen Amrita Rao.
Der Film beginnt mit einem furiosen Shoot-Out, der zwar routiniert in Szene gesetzt, aber komplett übertrieben daherkommt. Erst nachdem der Grundton und der McGuffin festgelegt sind eröffnet sich der Reiz des Films: In der Highschoolhandlung. In den letzten 10 Jahren hat es wohl keine versiertere und komischere Highschool-Komödie gegeben als MAIN HOON NA. Lümmel-Humor und Kalauer mischen sich mit wirklich intelligenten und spritzigen Gags, wobei die wirklich guten Darsteller und das hervorragende Timing und das hohe Tempo ausreichenden Spaß gewährleisten.
Parallel bekommen wir ein funktionierendes, wenn auch etwas kitschiges Familiendrama geboten, welches wiederum von furioser Action abgelöst wird. Sprach ich schon von der parallel ablaufenden Romanze, voller Esprit und Selbstironie? Und über die hervorragende Tanzchoreographie, die tollen Settings, die begnadeten Körper und großartige Kameraführung ganz zu schweigen.
Selten sind mir in einem Film soviel unglaublich schöne Menschen untergekommen (Männlein wie Weiblein). Der Film ist ein Fest für die Augen, wobei die Darsteller neben ihren offenkundigen optischen Vorzügen auch noch den Beruf des Schauspielers beherrschen. Sicher: Hamlet wird hier nicht geboten, aber an der Kunst, einfach nur präsent zu sein, zu unterhalten, glaubwürdig rüberzukommen etc. zerbrechen Stars wie Tom Hanks in jedem zweiten Film.
Die inszenatorischen Qualitäten sind – wie bereits erwähnt – hoch anzusiedeln. Sowohl bei den Actiosequenzen, als auch bei Tanzszenen, dramatischen Momenten oder Komödienelementen ist alles stimmig und rund, wobei der Stil hundertprozentig in die entsprechende Stimmung mäandert, ohne die Gesamthomogenität zu verlieren.
Ganz großartig auch die Selbstironie. Zum Beispiel wenn die von Sushmita Sen dargestellte Chemielehrerein auftaucht, in die sich der toughe Undercoveragent Ram komplett verguckt hat, weht immer (!) ihr Haar im Wind. Auch im Klassenzimmer!!! Hinter der armen Sushmita müssen immer Techniker mit einer Windmaschine marschiert sein. Ebenso spaßig ist der völlig übertriebene Einsatz von Zeitlupen jeglicher Art. Der Regisseurein war deutlich bewusst, was sie hier tut, den die inszenatorische Kompetenz tritt in anderen Szenen deutlich hervor und die Slowmos sind schon SEHR happig.
Insgesamt ein Film unter dem Motto "Viel hilft viel", der den buddhistischen Wahlspruch "Weniger ist mehr" Lügen straft. Anschauen, staunen, wohlfühlen, tanzen.....
Derzeit ist eine günstige indische DVD und eine teure UK-DVD erhältlich. Aber am schönsten ists im Kino.
Mirco Hölling (07.10.2004)
Nachtrag:
REM hat sich auch diesen Titel für Kino, TV und DVD gesichert und startet ihn Ende Mai 2005 als ICH BIN IMMER FÜR DICH DA auf RTL II und auf DVD.
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