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Tetsuo
Japan, 1988, 67 min

Regie: Shinya Tsukamoto
mit Kei Fujiwara, Naomasa Musaka

Die eher unwesentliche Story zeigt einen Japaner, der im Verlauf der Handlung immer mehr zu einem Eisenmenschen mutiert. Während dieser Metamorphose muss seine Freundin dran glauben und schlußendlich stellt er sich dem Kampf mit einem Punk, verschmilzt mit diesem und beide wollen die ganze Welt in Metall verwandeln.

Kommentar

An sich unnötig, zu diesem Film noch große Worte zu verlieren. TETSUO ist schon jetzt ein Klassiker der Postmoderne, die Vollendung und Überwindung der Post-Punk-80er, Vorreiter moderner Bildgestaltung und Montage, ein Höhepunkt elektronischer Musik und einer der besten Experimentalfilme überhaupt.

Mit ERASERHEAD von David Lynch begannen die 80er, mit TETSUO hörten sie wieder auf.

"Form follows Function" heißt es in der Architektur. In diesem Film wird dieses Prinzip komplett auf den Kopf gestellt. Alles ist Bild, alles ist Ton! Ein Trip von einem Film. Auf dem Fernsehschirm schon verstörend, im Kino jedoch kaum erträglich. Die rohen alptraumhaften Bilder, Zeitrafferaufnahmen, das Schnittgewitter, die hämmernde elektronische Musik à la Neubauten brennen sich ins Hirn, so dass man Sorge um seinen Verstand haben muss.

Dieses unglaubliche Filmdebut muss man gesehen haben! Rapid Eye Movies hat eine DVD-Veröffentlichung zusammen mit Sogo Ishis ELECTRIC DRAGON 80.000 V angekündigt. Interessant hierzu, dass Sogo Ishi in den 80ern mit "Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb" und dem Neubauten-Film HALBER MENSCH als Vorbilder für Tsukamoto gedient haben dürfte, während ca. 12 Jahre später eben dieser Ishi mit ELECTRIC DRAGON nahezu ein Punk-Remake von TETSUO anfertigte.
Hoffen wir, dass REM sich mit dieser DVD-Veröffentlichung nicht soviel Zeit lässt wie sonst immer.

(Mirco Hölling, 18.04.2002)